Winterschläfer leben länger

Im Winter sollte man mehr schlafen und weniger arbeiten. Das empfahlen die alten Chinesen schon vor mehr als 2000 Jahren. Die moderne bescheinigt dem Winterschläfer ein längeres Leben.

Die immer aktive Waldspitzmaus lebt nur zwei bis drei Jahre. Ihre Verwandte, die Hausspitzmaus, wird dagegen doppelt so alt. Forscher führen das auf ihre Winterstarre zurück. Während dieser Zeit wird nämlich der Stoffwechsel der Maus deutlich heruntergefahren. Und laut der Stoffwechseltheorie des Alterns ist die Lebensdauer an die Umsatzrate gekoppelt. Auch der Igel ist dafür ein Beispiel. Er lebt 14 bis 16 Jahre. Damit wird er doppelt so alt wie Tiere vergleichbarer Größe, die keinen Winterschlaf halten.

Auch Menschen sollten sich am Winterschläfer ein Beispiel nehmen. Wer im Winter mehr ruht und sich mehr Schlaf gönnt lebt gesünder. Die alten Chinesen haben schon vor mehr als 2000 Jahren empfohlen, sich an der Winterruhe der Natur zu orientieren.

„Während der Wintermonate welken die Dinge, sie ziehen sich zurück, gehen nach Hause und treten in eine Phase der Ruhe ein, so wie Seen und Flüsse zufrieren und Schnee fällt. […] Zieht euch bald zurück und steht mit der Sonne auf. Vor allem solltet ihr eure sexuellen Begierden zügeln, als wolltet ihr ein freudiges Geheimnis verbergen. Haltet Euch warm, meidet die Kälte, vermeidet jedes Schwitzen. Kennzeichen des Winters ist das Speichern und Bewahren“, empfahl der Leibarzt des Gelben Kaisers.

In vorindustrieller Zeit, als die meisten Menschen in der Landwirtschaft arbeiteten, befolgten sie den Rhythmus der Jahreszeiten von selbst. Im Winter gab es auf dem Feld nicht viel zu tun. Die Tage waren kurz. Mit Feuerholz und Lampenöl musste man sparsam sein. So ging man früh zu Bett. Heute ist der Winter dagegen eine sehr aktive Zeit. Besonders im Dezember werden die Menschen durch die vielen Weihnachtsfeiern, Geschenke kaufen, Festessen planen und Sylvesterfeiern organisieren stark strapaziert.

Ruhe und Entspannung einplanen

Heute muss man Auszeiten genauso planen wie die Freizeitaktivitäten. Genehmigen Sie sich mindestens zweimal in der Woche einen entspannten Abend. Lassen Sie Ihre Phantasie spielen, was Ihnen wirklich gut tun würde. Ein entspannendes Bad mit aromatischen Ölen? In Ruhe Ihr Lieblingsessen kochen und in friedlicher Atmosphäre genießen? Musik hören, die Ihnen gute Laune macht. Zur Abwechslung mal ein Buch lesen – statt vor dem Fernseher einzuschlafen? Oder nach dem Vorbild des Winterschläfers eine Stunde früher schlafen gehen?

Entspannungsübungen wie autogenes Training, body scan oder progressive Muskelentspannung helfen auch dabei, den Körper zu beruhigen. Den Körper überhaupt wieder zu spüren. Dann beruhigen sich meist auch die Gedanken.

Wenn wir den Winter als eine Zeit der Ruhe und Regeneration nützen, können wir im Frühling wieder mit neuer Energie durchstarten. Und der verschlafenen Zeit brauchen wir nicht nachzuweinen. Sie wird nämlich, wie beim Winterschläfer, der Lebenszeit hinzugefügt.

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