Was Kindern im Winter schmeckt

Suchen Sie nach Ideen für gesundes Essen, das Kindern schmeckt und sie im Winter gesund erhält? Isst ihr Kind nur wenig Gemüse oder Obst? Keine Sorge: Kinder holen sich die Nährstoffe, die sie brauchen, intuitiv. Sorgen Sie vor allem für viele gekochte, warme Speisen. Vorsicht mit Fruchtsäften aus Zitrusfrüchten.

Rückseite

In der kalten Jahreszeit ist kräftiges, wärmendes Essen angesagt. Aber mit Kohl oder Linsensuppe wird man bei Kindern nicht viel Erfolg haben. Hier ein paar Ideen für Essen, das Kinder im Winter gesund hält.

Ein Kollege erzählte mir kürzlich von seiner Kusine. Sie ist Mutter von fünf Kindern im Alter zwischen einem und 12 Jahren. Neuerdings sitzt auch ihre Mutter täglich mit am Tisch. Da ein so großer Haushalt viel Arbeit macht, hat sie in der Vergangenheit häufiger Fertiggerichte auf den Tisch gebracht. Jetzt will sie sich mehr Zeit zum Kochen nehmen. Mit gesundem Essen hofft sie auch, den häufigen Erkältungen ihrer Kinder im Winter vorzubeugen. Was könnte ich ihr raten?

Wärmende Suppen

Aus Sicht der Chinesischen Medizin gilt für den Winter:  viel gekochtes, wärmendes Essen zu sich zu nehmen. Als erstes fallen mir da die Hühnersuppe und Rindfleischsuppe ein. Beide sind stärkend und wärmend. Da sie etwa 2,5 Stunden kochen sollten, lohnt es sich, gleich eine größere Menge anzusetzen. Die Brühe kann man als Vorspeise trinken oder man benutzt sie als Fond für Suppen.
Für Jugendliche, die viel Hunger haben, kann man in der Brühe auch Reis oder Nudeln kochen. Besonders im Winter empfiehlt sich zum Abendessen eine Suppe mit belegten Broten als Beilage. Gut ist auch ein Salat aus gekochtem Gemüse. Rohkost sollte man dagegen weniger essen, weil man viel Energie braucht, um sie zu verdauen. Die Energie fehlt dann, um den Körper warm zu halten. Empfehlenswert sind kleine Mengen Salat der Saison oder frische Kräuter. Obst isst man am besten gekocht.

Essen soll Freude machen

Bei einer Kürbis-Quiche mit Salat erzählte ich meiner Kollegin Karin Sitte von meinem Blogbeitrag. Sie ist auf Ernährungsberatung nach Chinesischer Medizin spezialisiert und hat viele Jahre mit Kindern zusammen gekocht und gegessen. Ihr ist ganz wichtig, dass Kinder Freude am Essen haben.

Damit es bei Tisch keine Machtkämpfe um das Essen gibt, gibt es zwei einfache Regeln:
1. Es liegt in der Verantwortung der Eltern, was sie ihren Kindern zu essen anbieten. Dabei sollten darauf achten, dass es die Auswahl zwischen verschiedenen Speisen gibt. Das kann man mit mehreren Beilagen erreichen sowie einer Vor- und Nachspeise.
2. Was und wie viel das Kind isst, entscheidet es selbst. Man soll es weder zum Essen drängen noch ihm etwas hinterhertragen. Es wird aber nur während der Mahlzeiten gegessen.

Als ich nach Hause kam, habe ich die Passage gelöscht, in der ich vorschlug, das Essen für Kinder im Winter mit Hülsenfrüchten anzureichern. Es ist nicht Erfolg versprechend, weil Hülsenfrüchte und auch Kohl einen strengen Geschmack haben. Für kleinere Kinder sind sie oft auch schwer verdaulich.  Meine Kindern mochten übrigens Erbsen und Kidneybohnen.

Was Kinder gerne Essen

Was ist nun gesundes Essen, das Kindern auch schmeckt? Hier ein paar Ideen: Ganz oben auf der Liste der beliebten Essen sind Nudelgerichte. Um hier zu variieren, kann man statt Weizennudeln auch Nudeln aus Dinkel, Buchweizen, Kamut (eine alte Sorte des Sommerweizens) oder Glasnudeln kochen. Dazu empfiehlt verschiedene Soßen, z.B. eine mit Hackfleisch und eine mit Tomaten und Gemüse. Oder gutes Ketchup aus dem Naturkostladen.

Die Idee, etwa Gemüse unter die Hackfleischsoße zu mogeln, verstößt übrigens gegen die Regel, den Kindern die Wahl zu lassen. Und wenn sie sonst kein Gemüse essen? „Kinder holen sich die Nährstoffe, die sie brauchen, von selbst. Und es gibt auch Kinder, die ohne Gemüse oder Obst gut gedeihen“, weiß Karin Sitte aus Erfahrung.

Mildes Gemüse, das im Winter wärmt und vielen Kindern schmeckt, sind Karotten, Kürbis, rote Beete, Pastinake (zubereiten wie Karotten) Brokkoli und Erbsen. Man kann sie als Suppe, gedünstet, als gekochten Salat oder als Ofengemüse zubereiten. Lecker sind auch selbstgemachte Ofen-Pommes (aus Kartoffeln oder Süßkartoffeln) mit Quark.

Kartoffelbrei mit Spiegelei mögen die meisten Kinder. Oder Risi e Bisi (Reis mit Erbsen) mit Hühnchen. Oder Polenta mit verschiedenen Soßen. Sehr beliebt ist auch Buchstabensuppe oder Suppe mit Maultaschen. An Fleisch eignen sich Hackfleisch – in der Soße oder als Frikadelle – oder Würstchen. Beim Geflügel kann man außer Hühnchen auch mal Ente anbieten. Fischfrikadellen (aus Fischresten, Kartoffeln und Ei) sind eine gute Alternative zu Fischstäbchen.

Für die Lust auf Süßes

Die meisten gesundheitsbewussten Eltern versuchen ihre Kinder so gut sie können von Zucker und Süßigkeiten fernzuhalten. Richtig ist, dass Kinder sich nicht mit Schokoriegeln, Bonbons und Keksen vollstopfen sollten. Dennoch brauchen sie süße Speisen. Etwa Pfannkuchen aus Buchweizenmehl mit Apfelmus. Auch eine gute Marmelade oder Schokocreme aus dem Naturkostladen sind erlaubt. Griesbrei mit Früchtekompott oder Zimt und Zucker ist ein wärmendes, nährendes Frühstück für den Winter. Gleiches gilt für Haferbrei. Als Brotaufstrich eignen sich einheimischer Honig vom Imker, Zuckerrübensirup, Melasse oder Pflaumenmus.

Immunabwehr stärken

Südfrüchte sind im Winter nicht so gesund wie viele Eltern meinen. Orangen, Mandarinen oder Ananas enthalten zwar viel Vitamin C, aber sie wirken auch energetisch kühlend. Sie sind gut dort zu essen, wo sie wachsen – an sonnigen, warmen Orten.
Bei Obstsäften sollte man mit der Menge aufpassen: Wenn man sich vor Augen führt, wie viele Orangen man für ein Glas Saft auspressen muss, wird schnell klar, dass man dieselbe Menge Früchte nicht freiwillig essen würde.

Um das Immunsystem zu stärken, empfehle ich Säfte aus schwarzer Johannisbeere, Holunderbeere oder Sanddorn. Da sie relativ bitter schmecken, verdünne ich sie mit etwas warmem Wasser. Für Kinder kann man auch noch eine Löffel Honig hinzugeben. Gut sind auch Früchtetees (z.B. Hagebutten mit Malvenblüten). Mit einem Schuss Saft kann man den Geschmack variieren.

Milchprodukte: ja oder nein?

In der Ernährungslehre der Chinesischen Medizin wird davor gewarnt, im Winter Milchprodukte zu verzehren, weil sie kühlen und die Bildung von Feuchtigkeit und Schleim begünstigen. Erwachsene, aber auch Kinder mit chronischen Rotznasen sollten darauf verzichten, bis sie wieder gesund sind. Allerdings brauchen Kinder, besonders die zarten Hänflinge, auch Milchprodukte, um zu wachsen. Empfehlenswert sind vor allem fetthaltige Milchprodukte wie Sahnejoghurt, Quark mit hohem Fettanteil oder Sahne.

Ich hoffe, Sie haben beim Lesen richtig Lust bekommen, diesen Winter für sich und Ihre Kinder gesundes und leckeres Essen zu kochen. Vielleicht haben Sie sich auch an Ihre Lieblingsessen als Kinder erinnert. Wer spezielle Fragen zum Ernährung hat (z.B. bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten), dem empfehle ich eine individuelle Ernährungsberatung bei meiner Kollegin Karin Sitte.

Noch mehr Ideen und Rezepte:

Gabriele Klinger, Christina Duve: Die Fünf-Elemente-Küche für jeden Tag. BLV Buchverlag; 2010 (2. Auflage) ISBN-10: 3835406892
Ruth Rieckmann: Kraftsuppen und Essenzen. Heilen und genießen mit den fünf Elementen. Westermann Verlag, Zwickau 2017. ISBN 978-3-9818860-0-9