Ton-Heilerde bei Magen-Darm-Grippe

Ton-Heilerde stoppt Durchfall, weil sie Wasser, Bakterien, Viren und Toxine im Darm bindet. Aber sie kann noch viel mehr.

Rückseite

Erde essen? Ist das nicht gefährlich? Letzte Woche habe ich auf Empfehlung eines Kollegen Heilerde probiert, weil ich mir einen Magen-Darm-Virus eingefangen hatte.

Die Symptome waren zugegebenermaßen nicht übermäßig schlimm, aber mir war übel, ich hatte Bauchgrimmen und fühlte mich ziemlich schlapp. Der Kollege, bei dem ich zur Akupunktur war, empfahl mir Heilerde zu nehmen. Davon war ich zwar nicht übermäßig begeistert, aber ich probierte es  aus. Mir ging es tatsächlich am nächsten Tag deutlich besser. Wobei Akupunktur und Heilerde vermutlich zusammen gewirkt haben.

Wie es der Zufall wollte, stand die Ton-Heilerde am vergangenen Wochenende in der Fortbildung zur „Klostermedizin“ auf dem Lehrplan bei der Behandlung von Magen-Darmerkrankungen. Prof. Johannes G. Mayer und Katharina Englert von der „Forschergruppe Klostermedizin“ der Universität Würzburg haben darüber sogar ein Buch geschrieben: „Ton-Heilerde. Terra Armena. Die Wiederentdeckung eines alten Mittels zur inneren Reinigung“. (Irisiana Verlag 2007).

Als Physikerin hat mich am meisten interessiert, was Ton-Heilerde ist und wie sie im Körper wirkt. Offenbar handelt es sich um ein altes Heilmittel, das schon im 11. Jahrhundert bekannt war. Im Mittelalter nannte man sie nach ihrem Herkunftsort „Terra Armena“ (Armenische Erde). Heute wird die Ton-Heilerde in Deutschland gewonnen, und zwar aus weißem Ton (Kaolin). Chemisch handelt es sich um ein wasserhaltiges Aluminiumsilikat. Genauer gesagt, ein Verwitterungsprodukt von Silikatgesteinen und verschiedenen Mineralteilchen. Diese werden fein gemahlen und keimfrei gemacht.

Ton-Heilerde: Löschpapier für den Darm

Ton-Heilerde wirkt im Magen-Darm-Trakt ähnlich wie ein Löschpapier. Die Körnchen sind von einem feinen Kapillarsystem durchzogen, das Wasser aufsaugt. Das erklärt, warum Ton-Heilerde – ähnlich wie Aktiv-Kohle – Durchfall stoppt. Aufgrund der feinen Körnung hat sie außerdem eine ausgesprochen große Oberfläche, an die alle möglichen Substanzen anhaften: Bakterien, Viren, Toxine, aber auch Moleküle aus der Nahrung. Ein Gramm Ton-Heilerde mit Körnchen von 0,002 Millimetern Durchmesser hat eine Oberfläche von ungefähr 12 Quadratmetern! Außerdem helfen die in der Ton-Heilerde vorkommenden Mineralien, den Mineralstoffverlust bei Durchfall auszugleichen.

Nicht zusammen mit Medikamenten einnehmen

Wegen des Löschpapier-Effekts sollte man Ton-Heilerde mit ½ Glas Flüssigkeit einnehmen und noch ein bis zwei Gläser Wasser nachtrinken.

Nach der Einnahme von Medikamenten sollte man zwei bis drei Stunden warten, bevor man Ton-Heilerde nimmt, damit der Magen-Darm-Trakt genügend Zeit hat, die Wirkstoffe aufzunehmen. Sonst werden diese zum Teil an die Heil-Erde gebunden und ausgeschieden. Ebenso sollte man zwei Stunden nach dem Essen warten, damit Vitamine, Mineralien und andere wichtige Inhaltsstoffe aus der Nahrung resorbiert werden können.

Ton-Heilerde stoppt aber nicht nur Durchfall. In dem Büchlein von Johannes G. Mayer und Katharina Englert wird sie auch zur Unterstützung von Fastenkuren empfohlen, bei Entzündungen des Mund- und Rachenraums, nervösen Magen-Darm-Beschwerden (Sodbrennen, chronische Dyspepsie, Reizdarm) und zu hohem Cholesterin-Spiegel. Dazu gibt es noch äußere Anwendungen als Leberwickel, bei Unterleibsschmerzen der Frau sowie bei Muskel- und Gelenkschmerzen und nicht zuletzt kosmetische Anwendungen, z.B. bei unreiner Haut. Ich werde das nach und nach durch testen.

Zugegebenermaßen knirscht es etwas zwischen den Zähnen, wenn man die Ton-Heilerde mit Wasser verrührt trinkt, aber das kann man ja nachspülen. Was ich noch nicht gefunden habe, sind die  Ton-Heilerde-Taler zum Zerkauen, die in dem Buch erwähnt werden. Sie sollen beim Essen eine ähnliche Konsistenz haben wie Butterplätzchen.