Richtig essen bei Kälte: stärkende Hühnersuppe

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Müde und mürrisch von Dunkelheit und Kälte? Lang gekochte Suppen wärmen und geben Energie. Heute: Die Hühnersuppe, angereichert mit stärkenden Kräutern.

Hühnersuppe ist als Essen für Kranke bekannt. Der Kranke sollte sie bekommen, sobald er wieder Appetit hat (in der akuten Phase, z.B. bei hohem Fieber, nicht zum Essen zwingen). Fieber und Schwitzen schwächen das Yin. Das baut die Suppe wieder auf. Sie hilft auch, schnell wieder zu Kräften zu kommen. Deshalb ist sie ist auch gut, wenn uns im Winter die Energie fehlt.

Ihr braucht ein Suppenhuhn, also ein altes Huhn. Für die Wöchnerinnen haben die Chinesen früher Brühe aus dem ältesten Huhn auf dem Hof gekocht. Hier holt ihr am besten eins vom Geflügelhändler (z.B. auf dem Wochenmarkt). Billiger ist eine Hühner-Karkasse: das ist das, was vom Huhn übrig bleibt, wenn Brust, Schenkel und Flügel entfernt sind. Wenn ihr dazu noch 2 paar Flügel und ein paar Unterschenkel kauft, habt ihr genügend Fleisch für eine gute Brühe. Wichtig ist, dass sie lange kocht, damit die galertartigen Stoffe aus den Kochen gelöst werden. Die geben Kraft, stärken die Mitte (Magen und Bauspeicheldrüse) und bauen Yin auf.

Dazu gebe ich stärkende Kräuter (s.u.). In der chinesischen Medizin sind solche Kraftsuppen eine beliebte Methode, Essen und Heilkunst zu verbinden.

Zutaten für 2 Liter Suppe:

  • 1 Suppenhuhn oder 1 Karkasse + 4 Flügel und 2 Unterschenkel
  • 1,5 TL Salz
  • 5 Pfefferkörner/ 6 Pimentkörner
  • 5 Gewürznelken
  • 2 Lorbeerblätter
  • Suppengrün (1 Möhre, 1 Stück Sellerie, 1 Stange Lauch, 1 Petersilienwurzel, 1 Liebstöckelwurzel, ein Strauß Petersilie)

Das Huhn gründlich waschen. In einen Topf geben und 2,5 Liter kaltes Wasser zugeben. Salz, Pfefferkörner/Piment, Nelken und Lorbeerblätter zugeben und aufkochen. Etwa 1,5 Stunden bei geringer Hitze kochen. Den Schaum abschöpfen.

Wenn ihr das Fleisch essen wollt, nehmt das Huhn nach 1,5 Stunden heraus, löst das Fleisch von den Knochen und stellt es beiseite. Die Knochen noch eine Stunde weiter kochen. Verdunstetes Wasser nachfüllen. Dann die Brühe durch ein Sieb geben, wieder in den Topf füllen und klein geschnittenes Suppengrün zugeben. Jetzt kommen auch die stärkenden Kräuter dazu:

Die Kräutermischung besteht zu gleichen Teilen aus:

  • Vogelmierenkraut
  • Brennesselblätter
  • Engelwurz-Wurzel
  • Schachtelhalmkraut

Solange kochen, bis das Suppengrün gar ist. Dann das Hühnerfleisch, in mundgerechte Stücke geschnitten, zugeben.

Ihr könnt euch die Kräutermischung auch in der Apotheke herstellen lassen, angereichert mit Petersilien- und Liebstöckelwurzel, und sie als Tee trinken: 3x täglich 1 EL Kräutermischung pro Tasse, zugedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Das gibt Kraft und wärmt.

Vorratshaltung und Variationen

Was ihr von der Suppe übrig habt, füllt noch heiß in Gläser mit Schraubdeckel. Fest zuschrauben und umdrehen, damit die Luft entweicht und Keime abgetötet werden. Abkühlen lassen und ihm Kühlschrank aufheben. Die Brühe hält sich so mehrere Wochen. Einfrieren ist nicht empfohlen.

Ideal ist es, die Suppe abends zu essen und dazu ein wenig Brot. Die Brühe könnt ihr anreichern mit Nudeln oder Reis (in der Brühe gekocht), verquirltem Ei – oder ihr verwendet sie als Fond für Suppen und Eintöpfe.

Guten Appetit!