Neuer Praxisraum im MVZ Sachsenhausen

Seit Anfang Juni vermietet das MVZ Sachsenhausen der Praxis für Chinesische Medizin von Anne Hardy, Nina Wagner und Karin Sitte eine Raum. Alle drei befürworten einen integrativen Ansatz, der die Stärken von chinesischer und westlicher Medizin kombiniert.

Rückseite

Was für eine aufregende Woche! Am Montag, dem 3. Juni, habe ich mit meinen beiden Kolleginnen Nina Wagner und Karin Sitte einen Praxisraum im MVZ Sachsenhausen bezogen. Wie es dazu kam und was wir zusammen vorhaben.

Montag, 3 Juni

Um 8:30 Uhr holt mich das Taxi ab. Ich bin noch etwas im Rothenburg-Blues. Es ist immer so schön und anregend auf dem TCM Kongress, dass es nachher schwer fällt, wieder in den Alltag zu finden. Aber heute habe ich ja auch etwas Aufregendes vor. Ich trage die Sachen, die ich bis zum letzten Tag brauchte, zum Taxi, hole den letzten Rest in der alten Praxis in der Textorstrasse ab und lasse mich voller Erwartung zur neuen Adresse in die Schifferstrasse 59 fahren.

9:00 Treffen mit Nina Wagner und Karin Sitte, meinen beiden neuen Kolleginnen, im MVZ Sachsenhausen. Jetzt geht es darum, den Raum einzurichten.

Kleiner Rückblick: Nina und ich haben noch vor dem TCM-Kongress in Rothenburg einen Ausflug zu Ikea gemacht und die Möbel am nächsten Tag in einem leeren Raum gegenüber unserem künftigen Behandlungsraum zusammengebaut. Während Nina ihren flaschgrünen Ohrensessel mit Hocker für die Beine ruck zuck fertig hatte, plagten mein Sohn Marcus uns ich uns mit einer harmlos aussehenden Kommode. Die drei Schubladen öffnen sich auf Druck und ich hatte beim Kauf nicht bedacht, dass dahinter ein ausgeklügelter Mechanismus stand. Wir waren noch immer nicht fertig, als die Damen von der Anmeldung im MVZ ins Wochende gingen. Aber nachdem Marcus mehrmals angedroht hatte, die Kommode aus dem Fenster zu werfen, weil die Schubladen entweder nicht reingingen oder schief drin hingen, hat er sie es am Ende geschafft. Und ich hatte nebenbei noch ein Billy Regal zusammengebaut.

Jetzt transportieren wir die Möbel in den Behandlungsraum. Es herrscht schnell Konsens darüber, wie wir sie aufstellen wollen, aber jede hat bestimmte Vorlieben und Dinge, die ihr wichtig sind. Ein Veto wird nur eingelegt, wenn etwas für eine von uns ein absolutes “no go” ist.

14:00 Meine erste Patientin kommt mit einem Strauß Bartnelken. So sieht der Raum gleich noch etwas freundlicher aus.

20:00 Feierabend: Das Feedback des ersten Tages ist positiv. Die Klimaanlage ist bei dem feucht-warmen Wetter ein Segen. Es fehlt noch ein Sichtschutz, damit man auf der Liege ein wenig Geborgenheit und Privatsphäre hat. Bis dahin verlasse ich dem Raum und beschäftige mich während der 20 Minuten, in denen die Nadeln liegen, im Wartebereich vor der Tür.

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag

Anne Hardy/Anne Hardy-Vennen

Der Praxisbetrieb spielt sich ein. Ich gewöhne mir an, die Patienten am Eingang in Empfang zu nehmen, weil es noch keine Beschilderung für unsere Praxis gibt. Sie soll nächste Woche angebracht werden. Wir haben der Grafikabteilung des MVZ Sachsenhausen – was für ein Luxus – schon die Freigabe für die vier Schilder erteilt.

 

Und das wird darauf stehen:

 

PRAXIS FÜR CHINESISCHE MEDIZIN

Dr. phil. ANNE HARDY Heilpraktikerin Akupunktur Phytotherapie
NINA WAGNER Heilpraktikerin Hebamme Klassische Akupunktur
Dr. phil. KARIN SITTE Ernährungsberatung Diätetik der Chin.Med.

An dieser Stelle ein paar Worte zu meinen Kolleginnen. Ich hatte schon länger den Wunsch, in einem Team zu arbeiten, dem die Chinesische Medizin und die Frauenheilkunde am Herzen liegen. Nina Wagner hat 10 Jahre Erfahrung als Hebamme. Sie ist außerdem Heilpraktikerin mit Schwerpunkt Chinesische Medizin. Wir lernten uns 2018 über eine gemeinsame Patientin kennen. Ich erzählte ihr von meiner Idee und Ende Januar trafen uns zu einem ersten Gespräch bei Phoenix Tee im Nordend.

Damals hatte ich ein paar Tage zuvor von meiner Gynäkologin im MVZ Sachsenhausen gehört, dass dort noch Räume frei sind und sie hatte zugesagt, beim Verwaltungsdirektor nachzufragen, ob er sie an Heilpraktiker mit Schwerpunkt in Chinesischer Medizin vermieten würde. Die Möglichkeit, in dieser Umgebung zu arbeiten, und die Offenheit von Dr. Marie-Christine Zuccaro für die Chinesische Medizin fand ich sehr ermutigend. Nina und ich haben die Räume zusammen besichtigt, auch andere Optionen geprüft, am Ende aber im MVZ Sachsenhausen die besten Bedingungen vorgefunden.

Wenig später habe ich Karin Sitte von dem Projekt erzählt. Karin war eine zeitlang in der alten Praxis für einen Nachmittag als Ernährungsberaterin nach Chinesischer Medizin tätig, hatte dann aber ihren Schwerpunkt in eine Praxis in Heidelberg verlegt. Wir trafen uns weiterhin monatlich, um uns über Chinesische Medizin auszutauschen. Als ich von unserm kleinen Schwerpunkt für Chinesische Medizin in den Räumen des MVZ Sachsenhausen erzählte, hatte sie gleich Interesse, sich uns anzuschließen.

Wir teilen uns den Raum, so dass die Praxis jeden Tag von 9 bis 19 Uhr besetzt ist (momentan noch außer Montag und Mittwoch vormittag). Jede führt ihre eigene Praxis, aber Nina und ich können einander bei Bedarf vertreten. Und wir stehen in einem fachlichen Austausch.

Ich habe schon einige der Ärztinnen und Ärzte im MVZ Sachsenhausen kennengelernt. Einige haben gefragt, ob sie sehen dürfen, wie wir uns eingerichtet haben. Das Feedback auf unseren Raum war positiv.

Uli Uwer

Freitag, 7. Juni

14:00 Zu unserer ersten Team-Sitzung haben wir die Künstlerin Christine Fiebig eingeladen. Sie hat mit ihren Zeichnungen schon mehrere Praxen in Frankfurt verschönert. Ich habe ihr zuvor einige Fotos von dem Raum geschickt und sie hat ein paar Bilder zur Auswahl mitgebracht, die sie nun auf dem Boden ausbreitet. Wir brauchen ein bißchen Zeit, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Christine bemerkt es schnell: “Es nicht nicht so einfach, zu dritt einen Raum einzurichten.” Worauf Nina zustimmt: “Ja, wenn drei starke Frauen zusammenkommen und jede ausgeprägte Vorstellungen hat… Am Ende soll der Raum ja auch die Persönlichkeit der Therapeutin widerspiegeln.” Am Ende sind wir drei zufrieden, auch wenn jede einzelne vielleicht einen anderen Schwerpunkt gewählt hätte.

18:15 Meine letzte Patientin für diese Woche geht. Jetzt fahre ich noch schnell in die Stadt, um farbige Spannbezüge für die Liege zu kaufen. Ich kann es mir nicht verkneifen, auf dem Rückweg noch einmal ins MVZ zu fahren und auszuprobieren, ob sie passen. Es ist still im Gebäude. Die Lichter sind aus. Jetzt gehe auch ich zufrieden ins Wochenende.

Pfingstmontag, 10. Juni

Heute früh hilft mir ein Freund mit einem Auto, noch eine Kiste Bücher und Papierrollen in die Praxis zu bringen. Er hat eine “Krankenhaus-Phobie”, weshalb ich gespannt bin auf seine Reaktion. Sein Kommentar: es sehe “medizinischer” aus als zuvor, wirke aber auch professioneller.

Nun ja, wir sind ja auch alle drei Profis. Ich bin froh, dass das jetzt auch äußerlich sichtbar wird. Zu dritt können wir unser Wissen und unsere Erfahrung austauschen und uns in schwierigen Fällen – mit Zustimmung der Patientinnen und Patienten – beraten. Wir schätzen es auch, dass wir nun Tür an Tür (und trotzdem organisatorisch sauber getrennt) mit den Kolleginnen und Kollegen der westlichen Medizin praktizieren und in der Teeküche auch mal ein Fachgespräch führen können. Alle drei befürworten wir den integrativen Ansatz, der chinesische Medizin mit den Erkenntnissen der westlichen Medizin zum Wohl des Patienten/ der Patientin kombiniert. Am MVZ Sachsenhausen haben wir für diesen Ansatz gute Bedingungen.

Mehr Infos über meine beiden Kolleginnen:
Nina Wagner, Heilpraktikerin und Hebamme: Akupunktur Zur Webseite
Karin Sitte, Dr. phil.: Ernährungsberatung nach chinesischer Medizin Zur Webseite

Wir freuen uns über Ihren/ Deinen Besuch!