Geschichten vom Klapperstorch

Bei unerfülltem Kinderwunsch ist es wichtig, den Humor zu bewahren. Hier ein paar Witze vom Klapperstorch.

Rückseite

In Frankreich erzählte man den Kindern früher, dass die Babies aus den Kohlköpfen kommen. Nur im Elsaß brachte sie der Klapperstorch. In dem kleinen Ort Turckheim haben wir bei einen Rundgang mit dem Nachtwächter einiges über alte Bräuche gelernt.

“Was muss man tun, wenn man sich im Elsaß ein Kind wünscht?”, fragt der Nachtwächter eine kleine Gruppe Touristen, die mit ihm entlang der inneren Stadtmauer durch Turckheim ziehen und bei jeder Straßenecke stehen bleiben, um mit ihm das Nachtlied zu singen – nur den Schluss, weil der elsässische Dialekt etwas eigen ist. Da keiner es weiß, gibt der Nachtwächter selbst die Antwort: “Man legt ein Stück Zucker auf die Fensterbank.” Und wenn man Zwillinge möchte? – Zwei Stück Zucker. “Aber wenn Sie verhüten möchten, gehen Sie bitte nicht mit dem Gewehr auf Storchenjagd”, bittet der Nachtwächter, “es reicht, wenn Sie keinen Zucker auf die Fensterbank legen.”

Der Klapperstorch, der lange Zeit immer seltener wurde und unter Naturschutz steht, ist im Elsaß wieder ganz präsent. Die meisten gibt es wohl in dem Ort Munster, aus dem auch der stark riechende, aber wohlschmeckende Munster-Käse kommt (mit oranger Schale). Aber auch im Turkheim nistet auf dem Stadttor ein Storchenpärchen, und man kann es sogar klappern hören. Anfang Juni haben wir sogar einen Jungvogel im Nest gesehen, der von seinen Eltern gefüttert wurde.

Uli Uwer

Bei dem Rundgang in der lauen Sommernacht erzählt der Nachtwächter so manche launige Geschichte. Seine Witze sind nicht alle politisch korrekt (die Frauen kommen dabei nicht besonders gut weg), aber dem Original in seiner mittelalterlichen Tracht nimmt man es nicht übel. (Warum bringen im Elsass die männlichen Klapperstörche die Kinder? Weil die weiblichen den Schnabel nicht halten können…) Zum Abschluss des Rundgangs – es ist mittlerweile 23 Uhr – erzählt er noch einen Storchenwitz:

Treffen sich drei männliche Klapperstörche gegen 11 Uhr zum Apperitiv. Der eine sagt: “Ich war schon sehr fleißig und habe der Bäckerin einen kleinen Jungen gebracht.” Der zweite Storch fällt ein: “Ich habe auch schon was geschafft und  eine kleine Tochter beim Müller abgeliefert.” Der dritte grinst: “Tja, ich war heute schon im Nonnenkloster.” “Was hast Du denn da gemacht?”, fragen die beiden anderen erstaunt. “Nichts. Aber ich habe den Nonnen einen ganz schönen Schrecken eingejagt”, antwortet der dritte.