Erhöhter Vitaminbedarf bei Heuschnupfen

In der Heuschnupfen-Zeit brauchen Allergiker oft mehr Vitamin C und D. Auch Kräuter wie Schwarzkümmel oder Sonnenhut können das überschießende Immunsytem im Zaum halten. Akupunktur und Augenspülungen lindern in der Akutzeit die Symptome.

Rückseite

Bei überschießenden Immunreaktionen wie Heuschnupfen braucht der Körper neuen Erkenntnissen zufolge mehr Vitamin C. Auch Vitamin D und Zink lindern die Symptome.

Passend zur Heuschnupfen-Zeit widmet sich die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift “Naturheilpraxis” dem Thema Allergien. Hier eine Zusammenfassung der neuen Erkenntnisse. Ich halte sie für eine sinnvolle Ergänzung zur Akupunktur.

Vitamin C lindert Juckreiz bei Heuschnupfen

Eine Studie an 71 Patienten mit allergischen Atemwegs- oder Hauterkrankungen hat gezeigt, dass die meisten Symptome – insbesondere Juckreiz, Schnupfen und Unruhe – sich signifikant durch Vitamin C-Infusionen besserten. (Vollbracht C et al.: Intravenous vitamin C in the treatment of allergies, in J Int Med Res. 2018). Diese Wirkung wird darauf zurückgeführt, dass Vitamin C

  • bei Allergikern den Histaminspiegel senkt, und zwar um durchschnittlich 50 Prozent. Die Wirkung ist umso besser, je höher der anfängliche Histaminwert ist.
  • die Barrierefunktion der Schleimhäute stärkt und so den Kontakt des Allergens mit Zellen des Immunsystems (dendritische Zellen) reduziert . Damit wird die überschießende Immunreaktion gedämpft.
  • als eines der stärksten Körpereigenen Antioxidantien das Immunsystem moduliert, so dass es auf der einen Seite vor Infektionen schützen kann und auf der anderen Seite überschießende Entzündungen dämpft.

Bevor man sich für eine Infusionstherapie entscheidet, sollte allerdings ein Vitamin C-Mangel festgestellt werden. Hinweise dafür sind:

  • Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
  • längere Erholungszeit nach einer Krankheit
  • erhöhte Infektanfälligkeit

Ein erhöhter Bedarf an Vitamin C besteht

  • bei Leistungssportlern
  • bei Rauchern
  • während Infektionskrankheiten
  • Allergien (wie Heuschnupfen) und entzündlichen Erkrankungen
  • nach schweren Verletzungen und Operationen
  • bei häufigem Stress

In der zitierten Studie wurde bei einem Drittel der Patienten der Vitamin C-Spiegel im Blutplasma untersucht. Bei der Hälfte der Patienten lag der Wert im Skorbut-Bereich (unterhalb von 0,2 mg/dl), bei den anderen lag er mit durchschnittlich 0,34 mg/dl im subklinischen Mangelbereich (in dem der Wert zu niedrig ist, sich aber noch keine Symptome bemerkbar machen).

Infusionen sind sinnvoll, wenn die Aufnahme von  Vitamin C über den Magen-Darm-Trakt gestört ist. Ansonsten empfiehlt es sich, mehr Vitamin C über die Nahrung aufzunehmen und zusätzlich Vitamin C einzunehmen.

Zink und Vitamin D

Dass eine ausreichende Versorgung mit Zink Heuschnupfen lindert, ist offenbar seit einigen Jahren bekannt. Es reguliert die überschießende Reaktion des Immunsystems, in dem es die Zahl der regulatorischen T-Zellen erhöht und das oxidative/antioxidative Gleichgewicht aufrecht erhält (siehe: Miriam Neuenfeldt: Allergien: Wenn harmlose Umwelteinflüsse zur Bedrohung werden, in: Naturheilpraxis 3/2019, S. 24-27). An Zink-Mangel können Menschen leiden, die wenig oder gar keine Eier, Fleisch, Fisch, Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte essen. Dazu gehören Vegetarier, Veganer und Menschen mit Nahrungsmittelallergien. Für sie ist es sinnvoll, bei Heuschnupfen Zink einzunehmen, am besten in Kombination mit Vitamin C.

Ebenso empfiehlt es sich, den Vitamin D-Spiegel kontrollieren zu lassen. Das wird sogar von der Krankenkasse bezahlt, denn Vitamin D-Mangel ist nach dem Winter verbreitet. Und Vitamin D ist nicht nur wichtig für gesunde Knochen, sondern spielt auch eine wichtige Rolle für das Immunsystem, die Muskeln, Herz und Kreislauf, Nerven und Gehirn. Auch bei Autoimmunkrankheiten wie Diabetes Typ 1 ist eine Behandlung mit Vitamin D sinnvoll.

Akupunktur bei Heuschnupfen

Klinische Studien zeigen, dass Akupunktur eine sinnvolle Ergänzung zur Standardtherapie sind und deren Erfolg klinisch relevant und nachhaltig steigern (siehe dazu “Hilft Akupunktur bei Heuschnupfen?“). Wenn man schon im Herbst beginnt, die Lunge zu stärken und das Immunsystem zu regulieren, sind die Symptome im Frühjahr meist nicht so stark. Das geschieht durch Akupunktur, die man im klinischen Alltag oft durch individuelle Kräuterrezepturen ergänzt. Im Frühjahr empfiehlt sich in den ersten vier Wochen der Allergiezeit zweimal wöchentlich eine Akupunkturbehandlung, danach noch vier Wochen lang jede Woche einmal.

Zur Regulierung des Immunsystems sollte man zusätzlich 4 Wochen vor der Hauptallergiezeit beginnen, Schwarzkümmelöl oder Echinacea pallida (Vorsicht bei Allergie gegen Korblütler) einzunehmen. In der Akutzeit helfen Augenspülungen mit Augentrost (Euphrasia, in der Apotheke kaufen) oder Chrysanthemenblüten (man legt die Blütenschwämme auf die Augen, siehe dazu “Heuschnupfen und juckende Augen“).

Wichtig ist, dass die chinesische Medizin nicht alle Heuschnupfen-Patienten gleich behandelt (außer in Studien), sondern die jeweilige Konstitution berücksichtigt. Meist sind die Funktionskreise Lunge, Milz/Pankreas und Niere betroffen. Das natürliche Nachlassen der Nieren-Energie ist übrigens auch dafür verantwortlich, dass Menschen, die vorher nicht an Allergien litten, mit dem Alter Symptome entwickeln. Auch Stress spielt in den meisten Fällen eine Rolle. Konsultiere einen Therapeutin/einen Therapeuten für chinesische Medizin, um eine individuelle Diagnose und Therapie zu erhalten.

 

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