Durchfall und Erbrechen naturheilkundlich behandel...

Mit Hausmitteln wie grünem Tee und getrockneten Heidelbeeren kann man Durchfall auf natürliche Weise lindern. Kamille und Pfefferminze helfen beu Übelkeit und Gastritis. Mit Schonkost aus Karottensuppe und Reissuppe erholt sich der Magen-Darmtrakt bald wieder.

Rückseite

Zurzeit grassiert wieder die Magen-Darm-Grippe. Hier einige Ernährungstipps und Kräuter, die helfen, nach Durchfall und Erbrechen schnell wieder auf die Beine zu kommen.

Je nachdem, durch welchen Virus die Magen-Darm-Grippe verursacht wird, kann es zu mehr oder weniger schweren Ausprägungen kommen: von leichten Durchfällen mit Schwächegefühl bis hin zu starken Durchfällen mit Erbrechen, Kopfschmerzen und starkem Krankheitsgefühl. Im akuten Stadium ist es wichtig, den Körper vor dem Austrocknen zu schützen und Elektrolyte aufzufüllen. Das geschieht am besten mit Kräuterstees oder in schweren Fällen mit Glukose-Elektrolytlösung aus der Apotheke. Bei starker Übelkeit und Widerwillen gegen Flüssigkeitsaufnahme sollte man versuchen, alle Viertelstunde einen Teelöffel voll Tee oder Glukose-Elektrolytlösung zu trinken.

Tees und Kräuter, die Durchfall stoppen

Durchfall bei Kindern behandelt man am besten mit getrockneten Heidelbeeren (in der Apotheke kaufen) oder mit etwas verdünntem und gesüßten Heidelbeermuttersaft. Als Muttersaft bezeichnet man den reinen, 100-prozentigen Presssaft. Aber auch für Erwachsene ist eine Kur mit Heidelbeeren geeignet. Die Beeren enthalten Gerbstoffe und Pektine, die langsam im Darm freigesetzt werden und dort die Flüssigkeiten halten (adstringieren). Sie wirken antibakteriell, was auch gut ist bei Entzündungen im Mund oder Zahnfleischbluten. In der chinesischen Medizin setzt man sie außerdem ein, um Leber-Blut aufzubauen. Da das Leber-Blut u.a. die Augen nährt, sind Heidelbeeren hilfreich bei Nachtblindheit, Linsentrübung, diabetischer Retinopathie oder Makuladegeneration im Alter.

Dosierung: Erwachsene kauen mehrmals am Tag 2-4 Teelöffel Beeren. Wenn man den Saft wegen Übelkeit nicht verträgt, kann man auch Tee aus den getrockneten Beeren herstellen: 2 Teelöffel getrocknete Früchte in 200 ml Wasser 5 bis 10 Minuten köcheln. 3 mal täglich trinken.

Die erste Wahl für Durchfall bei Erwachsenden ist der Tormentillwurzelstock (Potentilla Tormentilla). Er wird auch Blutwurz genannt, weil er Blutungen aller Art stillt (blutige Durchfälle bei  Cholitis Ulcerosa oder Morbus Crohn, Magenblutungen, Hämorrhoiden, starke Menstruationsblutung oder Zwischenblutungen im weiblichen Zyklus). Achtung: Bei blutigen Durchfällen sollte man sofort einen Arzt aufsuchen, weil sich dahinter eine ernste Erkrankung verbergen kann. Also bitte nur unblutige Durchfälle selbst mit Blutwurz behandeln.

Aufgrund des hohen Gerbstoffgehalts kann Blutwurz den Magen reizen, so dass er bei Brechdurchfall nur mit Vorsicht verwendet werden sollte. Man erhält Tormentillwurzel als Pulver oder Tinktur in der Apotheke. Von dem Pulver nimmt man alle halbe bis eine Stunde eine Messerspitze mit geriebenem Apfel. Von der Tinktur 3x täglich 40 Tropfen in etwas Wasser.

Grüner Tee enthält ebenfalls eine große Menge an Gerbstoffen, die Durchfall stoppen. Außerdem wirkt er antibakteriell, entzündungshemmend, reizmildernd und antiviral. Deshalb wird er auch empfohlen, um einer Grippe vorzubeugen. Da sich die Viren von Brechdurchfall über Schmierinfektion übertragen, ist häufiges Händewaschen ebenfalls eine effektive Schutzmaßnahme.

Zur Behandlung von Durchfall gibt man 1 Teelöffel grüne Teeblätter mit 150 ml Wasser in einen Topf und lässt sie 10 Minuten auf kleiner Flamme köcheln. So lösen sich die Gerbstoffe, was den Tee bitter macht. Dann abseihen und ungesüßt trinken. Im Akutstadium sollte man alle 2 bis 3 Stunden eine Tasse trinken. Vorbeugend etwa 3x täglich eine Tasse. Wenn man es nicht schafft, den Tee jedes Mal frisch zuzubereiten, gibt man dem Tee etwas Zitronensaft hinzu, um die Oxidation (Braunfärbung) zu verhindern. Vorsicht, wenn gleichzeitig Übelkeit besteht, da die Zitronesäure den Magen reizt.

Übelkeit, Erbrechen und Magenschleimhautentzündung

Gegen Übelkeit und Erbrechen sind meine Lieblingskräuter Kamillenblüten sowie frische Minze mit einigen Scheiben Ingwer. Kamille beruhigt vor allem die Magenschleimhaut und den Geist. Sie lindert auch Kopfschmerzen und Fieberkrämpfe bei Kindern. Bei akuter Magenschleimhautentzündung mit Erbrechen bitterer Flüssigkeiten oder bitterem Mundgeschmack sowie roter Zunge (evtl. mit gelblichem Belag) empfiehlt sich eine Rollkur mit Kamillentee. Dazu trinkt man eine Tasse Kamillentee am besten gleich nach dem Aufwachen im Bett. Dann bleibt man 5 Minuten in Rückenlage, rollt sich 5 Minuten auf die linke Seite, und dann je 5 Minuten auf den Bauch und die rechte Seite, so dass der Tee die Magenwände gleichmäßig benetzen kann. Das wiederholt man täglich, bis die Beschwerden abgeklungen sind. Man sollte für den Tee Kamillenblüten in Arzneibuchqualität aus der Apotheke verwenden oder Kamillentinktur in Wasser verdünnt (s. Packungsbeilage).

Pfefferminztee mit Ingwerscheiben wirkt eher bewegend, wenn das Essen schwer im Magen liegt. Minze entkrampft den Verdauungstrakt und die Gallenwege. In der chinesischen Medizin setzt man sie auch bei Kälte und Schleim der Mitte (Magen und Bauchspeicheldrüse) ein, erkennbar an Appetitlosigkeit, Erbrechen wässriger Flüssigkeiten und breiigen Stühlen. Auch bei einer Magenschleimhautentzündung mit weiß belegter Zunge ist Minze das Kraut der Wahl. Ingwer verstärkt den wärmenden und bewegenden Effekt und wirkt außerdem Schleim lösend.

Wenn das Schlimmste überstanden ist

Sobald Brechreiz und Durchfall nachgelassen haben, sollte man die verbliebenen Viren oder Bakterien und deren Toxine mit Heilerde aus dem Magen-Darmtrakt entfernen. Heilerde hat einen Löschblatt-Effekt, d.h. sie bindet einerseits Wasser – was den Durchfall stoppt – und andererseits fangen die Körnchen auf ihrer großen Oberfläche alle möglichen Teilchen ein: Bakterien, Viren, Toxine, aber auch Moleküle aus der Nahrung oder Wirkstoffe von Medikamenten. Deshalb sollte man Heilerde mit 2 Stunden Abstand zum Essen oder Arzneimitteln nehmen.

Gleichzeitig kann man langsam wieder mit dem Essen beginnen. Bei Durchfallerkrankungen eignet sich eine lang gekochte Karottensuppe. Man kocht 500g Karotten, in kleine Stücke geschnitten, ein Stunde in 1 Liter Wasser. Danach die Suppe pürieren. Das verdampfte Wasser ersetzen und gekörnte Gemüsebrühe dazu geben. Davon mehrmals am Tag eine Tasse trinken.

Nach einem überstandenen Brechdurchfall ist es in der chinesischen Medizin üblich, Patienten mit Reisbrei (Congee) wieder an das Essen zu gewöhnen. Dazu kocht man 200 g Rundkornreis mit 1 L Wasser für 1 bis 3 Stunden mit etwas Salz und Ingwerscheiben. Die Körner zerkochen dabei, so dass es eine breiartige Suppe gibt. Anschließend noch etwas Kardamon hinzugeben. Dieses Grundrezept kann man entweder wie Medizin pur oder mit etwas Soja-Soße (füllt Elektrolyte auf) mehrmals täglich essen, oder als süße Variante mit gedämpften Äpfeln oder herzhaft mit Karotten und etwas frischer Petersilie oder Koriander. Wenn es einem besser geht, kann man auch Mandeln oder Sesam dazugeben, Kokosmilch oder einen Stich Butter.

Mit Kräutertees und Magen schonender Ernährung fühlt man sich schon bald wieder besser. Trotzdem sollte man eine Viruserkrankung nicht unterschätzen. Das zeigt sich, wenn man sich bei leichter Anstrengung schnell erschöpft fühlt oder schwitzt. Bitte auf die Signale des Körpers hören und noch ein paar Tage ruhiger angehen. Das bedeutet nicht, dass man nur im Bett oder auf dem Sofa bleiben sollte. Spaziergänge an der frischen Luft heben die Stimmung und bringen den trägen, geschwächten Körper langsam wieder in Schwung.

Achtung: Wenn der Durchfall oder das Erbrechen nach drei Tagen nicht aufgehört haben, sollte man zum Arzt gehen. Ein sofortiger Arztbesuch ist notwendig, wenn Blut, Eiter, Schleim oder Fett im Stuhl sind oder man gleichzeitig Fieber bekommt. Brechdurchfall, der nach einer Fernreise auftritt, sollte ebenfalls ärztlich abgeklärt werden.